Anlässlich des am 6.3.2010 wieder bundesweit abgehaltenen „Tages der Archive" war die Stiftung „Wirtschaftsarchiv Nord-West-Niedersachsen“ zu Gast im Niedersächsischen Staatsarchiv in Aurich.
Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Stiftung, Dr. Christian R. Salewski, führte die Besucher des Staatsarchivs durch eine informative Ausstellung in das regionale Wirtschaftsarchivwesen ein. Überdies gab er einen Überblick über das Schrifttum zur Wirtschaftsgeschichte Ostfrieslands. Darüber hinaus konnte der interessierte Besucher eine Auswahl von unbekannten Dokumenten zur Ostfriesischen Heringsfischerei besichtigen.
Ein unerwartet hoher Besucherandrang dürfte der Stiftung einem größeren Publikum bekannt gemacht haben.
Das Land Niedersachsen, die Industrie und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) und die Handwerkskammer für Ostfriesland (HWK) haben in Emden die Stiftung „Wirtschaftsarchiv Nord-West-Niedersachsen“ offiziell gegründet. Bei der Vertragsunterzeichnung in der IHK in Emden unterstrich der Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Lothar Hagebölling, die Notwendigkeit, „das Gedächtnis der regionalen Wirtschaft“ zu erhalten.
Häufig gingen bei Betriebsaufgaben, Unternehmensnachfolgen oder Verkäufen wichtige Unternehmensinformationen unwiederbringlich verloren. Hier soll das Wirtschaftsarchiv künftig ansetzen, indem es Informationen und Dokumente aus der Wirtschaft der Region sichtet und für die Nachwelt erhält.
IHK-Präsident Manfred Wendt und HWK-Präsident Klaus Hippen betonten, dass das Gemeinschaftsprojekt des Landes Niedersachen und der beiden Kammern eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten sei. Vor allem die Unternehmen der Region sollten davon profitieren.
Zu Geschäftsführern der Stiftung wurden Dr. Reinhold Kolck für die IHK und Peter-Ulrich Kromminga für die HWK bestellt. Den Vorsitz im Kuratorium als interne Stiftungsaufsicht hat Staatssekretär Dr. Lothar Hagebölling übernommen.
Zu den Hauptaufgaben des Archivs gehört die Erfassung von wirtschaftlichen Daten und Fakten aus Vergangenheit und Gegenwart der Region. Bedeutendes Schriftgut von Unternehmen, historische Verträge oder Bilddokumente sollen so auf Dauer gesichert werden. Darüber hinaus soll das Archiv Betriebe beim Aufbau und Erhalt unternehmenseigener Archive beraten und betreuen. Dazu gehört auch die Hilfestellung bei der Erstellung von Unternehmenschroniken oder Festschriften.
Auf dem Bild zu sehen:
Vordere Reihe (v. r. n. l.): Dr. Reinhold Kolck (IHK-Hauptgeschäftsführer); Manfred Wendt (IHK-Präsident); Staatssekretär Dr. Lothar Hagebölling; Klaus Hippen (HWK-Präsident); Peter-Ulrich Kromminga (HWK-Hauptgeschäftsführer).
Hintere Reihe (v. r. n. l.): Otto Korte, Rechtsanwalt und Steuerberater; Walter Luitjens und Jan Denkena (Handwerkskammer für Ostfriesland); Reinhard Hegewald (IHK-Geschäftsführer); Helmut Collmann (Präsident der Ostfriesischen Landschaft); Prof. Dr. Bernhard Parisius (Leiter des Staatsarchivs in Aurich); Horst Amstätter (HWK-Vizepräsident); Dr. Bernd Kappelhoff (Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs Hannover).
Das Pressegespräch war der Auftakt zu einer Informationsveranstaltung, die am Montag, 28. September, von 17.30 bis 19.00 Uhr, im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer stattfindet. Dort wird unter anderem Dr. Ulrich Soénius, Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, des ältesten regionalen Wirtschaftsarchivs in Europa, über die Aufgaben berichten.
Bei Interesse bitten wir um Anmeldung bei Magret Heuermann/Elke Wiertzema, Telefon 04921 8901-31 oder magret.heuermann@emden.ihk.de
Mit einer „Stiftung Wirtschaftsarchiv Nord-West-Niedersachsen“ sollen künftig wichtige Informationen und Dokumente über Firmen und Unternehmen aus der Region für die Nachwelt festgehalten werden. Die Initiatoren des Projekts, Dr. Reinhold Kolck (Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg), Prof. Dr. Bernhard Parisius (Leiter des Staatsarchiv Aurich) und Peter-Ulrich Kromminga (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Ostfriesland) haben die in der Gründung befindliche Stiftung in einem Pressegespräch am Mittwoch in Emden vorgestellt.
„Viele Unternehmer möchten der Nachwelt die Geschichte des eigenen Unternehmens erhalten“, heißt es in dem herausgegebenen Flugblatt zum Wirtschaftsarchiv. Häufig gehen beim Übergang auf die nächste Generation, bei einem Verkauf oder einer Betriebsaufgabe viele wichtige Informationen verloren.
Dem möchte die Stiftung entgegenwirken. Außerdem sollen mit der Archivierung der historischen Dokumente Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft gefördert werden. Außerdem soll gezielte Hilfe bei wirtschaftsgeschichtlichen Dokumentationen
- zum Beispiel aus Anlass von Firmen- oder Ortsjubiläen - angeboten werden.